Hallo Freunde

 

Besucher seit dem 27.02.09:

1.12.2009

Von einem „Neuen“ Nachbarn habe ich das nachstehende „Dankschreiben“ erhalten:


Leider kann mir nichts

mer leisten binn sozial Hilfeenfenger

und sogar daß amsi mir im moment

gestrichen. Aber möchte mir trozdem

bedanken. Keine nachber wollte mir

helfen. Wann in die welt mer

leute wie sie gebe, die welt

were sicher besser.

Danke

Das Original als PDF. Aus der Art dieses Briefes ist unschwer erkennbar, wie schwer es für den Nachbarn sein musste zu Papier und Kugelschreiber zu greifen.

Dem Schreiben beigefügt waren auch noch 4 „Weihnachts-Schokoherzchen“.

Die „Hilfe“ waren lediglich ein paar Teleonanrufe die jeder hätte machen können!


25.9.2009

Die Obdachlosigkeit von J. ist fürs erste vorbei. Er hat ein Zimmer privat, befristet, mieten können. Der Rest ist noch offen.



15.8.2009


Nach der Vermögenserklärung für den Verein beim Obergerichtsvollzieher bis Heute nichts mehr von der Stadt München gehört. Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Die Unsicherheit über das weitere bestehen des Vereins bleib vorerst.

Auf einen besonderen Fall möchte ich jetzt hinweisen und bitte alle um's weitersagen und wenn möglich um Hinweise jeglicher Art wie geholfen werden kann (Gästebuch, oder email → gnadenacker@web.de oder über Twitter @gnadenacker) .

Beschreibung:


J. kam nach 2 Jahren im Ausland mittellos nach Deutschland zurück. Wegen einer relativ geringen unbezahlten Geldstrafe (Verurteilung in Abwesenheit – da im Ausland nicht über Verhandlung informiert) wurde ihm nach der Einreise der Reisepass abgenommen und er wurde eingesperrt. Nach den 4 Wochen wurde er entlassen. Ohne Unterkunft, ohne Reisepass, ohne Betreuung.

In München fand er Arbeit bei einer Zeitarbeitsfirma an verschiedenen Einsatzorten.Für die Zeit von November bis Juni hatte er ein „Kinderzimmer“ als vorübergehende Unterkunft gefunden. Seitdem das nicht mehr möglich ist, lebt er als Obdachloser in München.

J. möchte seine Verlobte aus dem Ausland nach Deutschland holen und hier heiraten. Für deren Einreisevisum muss er aber u. a. auch eine geeignete Wohnung, also groß genug für 2 Personen, nachweisen können. Hilfe beim Wohnungsamt (Kautions- und Provisionszusage) bekommt er für eine solche Wohnung nicht, da er ja noch alleine ist. Wenn er beim Wohnungsamt für 1 Person beantragt bekommt er das vielleicht, für die zur Heirat nötige 2-Zimmer Wohnung entsteht dann aber eine längere Wartezeit bis ein erneuter Antrag abgegeben werden kann!

Bleibt ihm also nur der „freie“ Wohnungsmarkt.
Da durch die Arbeit bei der Zeitarbeitsfirma keine größeren Rücklagen angesammelt werden können und als Obdachloser auch größere Kosten für den täglichen Unterhalt anfallen, fehlt das Geld um 3 Monatsmieten Kaution 2 Monatsmieten für Makler, die erste Miete sowie Reservemiete für den Fall einer eventuellen zeitweisen Nicht- bzw. Geringbeschäftigung, ansparen zu können.

Um so größer war die Freude, als im Angebot der städtischen GEWOFAG eine passende Wohnung ( 2 Zi. ca. 50 ² ) gefunden wurde, ein Besichtigungstermin möglich war und seine Zeitarbeitsfirma die Kautionskosten übernehmen wollte. Dazu würden auch die üblichen 2 Monatsmieten für die Maklerprovision entfallen.
Entsprechend dann aber die Enttäuschung als die GEWOFAG (Ein Unternehmen der Landeshauptstadt München; Vorsitzender des Aufsichtsrats: Oberbürgermeister Christian Ude - SPD) erklärte, das diese Wohnung „leider“ eben nur für 2 Personen abgegeben werden kann.
Der Bürokratie-Teufelskreis ist damit wieder vollständig.

Wer eine Idee hat, wie dieser Kreis schnell durchbrochen werden kann, bitte melden.



Juli 2009

28.7.2009: Keine Verhaftung und Einlieferung in die JVA!

Zu der Ladung des Obergerichtsvollziehers habe ich dieses Schreiben vom 28.7.2009 abgegeben.
Auf die fehlenden Anlagen (Merkblatt ect.) zu seiner Ladung ist er nicht weiter eingegangen.

.
Nachdem geklärt war, dass ich nur Auskunft über das „Vermögen“ des Vereins abzugeben verpflichtet bin und nicht für mich privat, hat er eine „Eidesstattliche Versicherung“ auf einem neuen Formular nach meinen Angaben geschrieben. Als dann auch noch die Bezeichnung „Schuldner(in)“ von ihm durchgestrichen wurde, konnte ich die Unterschrift leisten. Danach musste ich auch noch die Eidesformel in Anwesenheit einer zweiten Amtsperson nachsprechen.
Ausnahmsweise habe ich sogar eine Kopie von dem was ich unterschreiben musste, bekommen.

Damit war es erledigt und ich bin der sofortigen Verhaftung entgangen.

Ob die Landeshauptstadt München mit dieser Eidesstattlichen Versicherung nun zufrieden ist und die ganze Angelegenheit vorbei ist, konnte er nicht sagen.

Wir müssen also weiter abwarten, was die Landeshauptstadt München noch veranstaltet.

21.7.2009: Hurra, Hurra, der Gerichtsvollzieher war da!

Anstatt auf unsere Gesprächsbereitschaft einzugehen schickt die Stadt München nun „Ober“Gerichtsvollzieher durch die Gegend und verursacht damit weitere zusätzliche Kosten.
Ich, Xaver Endter, 3. Vorstand des (Noch) Vereins „Die Ameise e.V.“ soll für den ganzen Verein eine eidesstattliche Erklärung über das Vereinsvermögen abgeben bzw. 23.182,40 € oder vorerst ein bisschen was davon zahlen.

Die Ladung des Obergerichtsvollziehers vom 20.7.2009. Den dezenten Hinweis auf einen möglichen Haftbefehl, beantragt von der Stadt München bitte nicht überlesen. Das ganze innerhalb einer Woche! Welch Glück, dass ich gerade nicht auf einer Urlaubsreise bin.

Dazu soll ich ein Vermoegensverzeichnis für den Verein ausfüllen! Familienstand des Vereins? Kann auch zu anderen Fragen nur „Vermutungen über den aktuellen Stand“ angeben.
Das „Merkblatt“ ist nicht dabei. Wie soll ich es dann vor dem Ausfüllen lesen? Dazu soll ich auch noch unterschreiben, dass ich dieses Merkblatt erhalten und beim Ausfüllen des Verzeichnisses beachtet habe. Wird echt schwierig werden. Na ja, vielleicht kommts nachträglich.
Muss ich unter „wertvolle Haustiere“ meinen MiezeKater Felix angeben? Kriegt der dann einen „Kuckuck“? Dann kann ich aber für nix garantieren!
Fragen über Fragen.

Beigefügt war ein Schreiben der Stadtkämmerei vom 13.7.2009 an das Amtsgericht München, Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle. Da behauptet die Stadt München, dass ich als Vereinsvorstand den Verein vertreten würde. Nach meiner Erinnerung sind aber andere Personen Geschäftsführer und nur zu zwei Vorstände zusammen vertretungsberechtigt.
Von der genannten „Rückstandsaufstellung“ habe jedenfalls ich bis Heute noch nichts gesehen. Es ist immer noch völlig unklar, wie diese Summe zustande kommt. Wie hoch die Kosten der Zwangsräumung, die Erlöse bei der Versteigerung der Bauwagen und der von der Stadt München aus den Bauwagen entfernten Einrichtungen, Gerätschaften, persönlichen Besitztümern der jeweiligen Gnadenackerbewohner, ect. tatsächlich (nachweisbar durch Einzelaufstellungen) waren.

Nett ist auch, dass die Stadt München
Haftbefehl beantragt und um sofortigen Vollzug bittet. Dabei auch eine zwangsweise Öffnung der Wohnung möchte und diese Mehr-Kosten übernimmt. Auch zur Nachtzeit oder am Wochenende. Auch dafür übernimmt die Stadt München die Kosten.

Die in dem Schreiben der Stadt München angeführten Anlage habe ich „natürlich“ auch nicht erhalten.

Es ist immer wieder Wahnsinn, was sich Bürokraten so ausdenken können. Seit dem Jahr 2004 weis die Stadt München, das der Verein keinen Cent hat, dann warten die 4 Jahre und kommen dann mit so einem ABSOLUT-BLÖDSINN daher, beschäftigen Leute bis zum geht nicht mehr und wissen das nichts, aber auch gar nichts, dabei raus kommt. Diese Bürokraten wie z. B. die Stadträtin Dr. Merk sollten wirklich mal von der Revisionsstelle der Stadt München zur Rechenschaft und zur Übernahme der Kosten herangezogen werden.


Mai 2009

Die Stadt München hat jetzt an die Zahlung der Kosten für die Zwangsräumung vom April 2005 erinnert. Bis zum 10.5.2009 soll der Verein "Die Ameise e.V." über 23.000 € zahlen, nachdem die Stadt u. a. wegen der BUGA die "Obdachlosen erst so richtig obdachlos gemacht hatte und praktisch das ganze Vermögen des Vereins beschlagnahmt hat.

Schreiben der Stadt München - Stadtkämmerei vom 17.4.2009

Bericht im Münchner Merkur vom 5.5.2009



Münchner Merkur vom 9./10. 5.2009 (MINUS der Woche)

Antwort an Stadtkämmerei vom 15.5.2009

 

Februar 2009:

Hallo Freunde, Freundinnen
(und sonstige Besucher)

endlich ist es soweit. Diese Homepage ist wieder online.Einen ganz besonderen Dank an Sebastian Unterreitmeier, der das ermöglichte!

Seit der Zwangsräumung im Jahr 2005 hat sich viel getan. Einiges möchte ich mit diesem Beitrag bekannt machen / in Erinnerung bringen.

Vorweg: Es gab keinen neuen Platz für die Bauwagen. Die ganzen Zusagen in den Monaten vor der Zwangsräumung haben sich in Luft aufgelöst, waren also nur Lockmittel und dann kam das "ÄTSCH" und danach gar nichts mehr.

Die Bauwagen samt den persönlichen Sachen die manche Bewohner nicht abholen konnten wurden von der Stadt München versteigert bzw. vernichtet.

Die ehemaligen Gnadenackerbewohner haben unterschiedliches erlebt. Durch die Zwangsversorgung und Aufteilung gab es den vorherigen Zusammenhalt nicht mehr und mir ist eine vollständige Darstellung nicht möglich. Einige gingen trotz aller Vorbehalte (s. offene Fragen an die Stadt München - die übrigens nie beantwortet wurden -) direkt in das städtische Notquartier in der Leibengerstraße. Andere wurden später abgewiesen, weil die Ausnahmeregelungen nicht mehr zugestanden wurden!
Wegen der Unterbringung in verschiedenen Häusern, z. Teil auch 2-Bettzimmern, ohne echte Einflussnahme wer in dem Bett nebenan untergebracht wird, war wie schon befürchtet die Vereinsarbeit nicht mehr möglich.

Wie es mir (Xaver) ergangen ist:



Ich bin ca. 2 Monate nach der Zwangsräumung - nachdem Peter Kranawetvogl / Jesus wegen des Todes seines Vaters München verlassen hatte und nach Markt Schellenberg ging - nur noch alleine gewesen und deshalb als letzter in das Notquartier gegangen. Die Zusagen wg. Einzelzimmer und Tierhaltung wurden, soweit es der "Lagerleitung" möglich war eingehalten. Allerdings gab es wg. der Ausnahmen für die "Gnadenacker-Tiere" schon Ärger mit den anderen Bewohnern, die nach Verlust ihrer Wohnung ihre Haustiere nicht mitbringen durften!
Nach etwa 8 Monaten musste ich für fast 3 Monate ins Krankenhaus. Die ganzen Vorfälle gingen eben nicht spurlos an mir vorbei. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus konnte ich wieder in "mein Zimmer" zurück, was nach so langer Zeit keineswegs üblich ist in so einem Notquartier.
So lebte ich mit Hund und Katz' in der Leibengerstraße. Der Kater Felix machte sich als Mäusefänger auf der ganzen Anlage nützlich und beliebt und brachte seine Jagderfolge auch mal nach Hause.


Dann kam ein Infoblatt in dem mitgeteilt wurde, dass das Notquartier im Februar 2008 aufgelöst wird und die Bewohner sich selbst so schnell wie möglich eine andere Unterkunft besorgen sollen. Mit der Kombination von höchstmöglicher Miete und dazu Hund und Katz' hab ich natürlich nichts gefunden. Da in einem anderen Notquartier keine Chance für ein Fortbestehen der Ausnahme für Haustiere bestand, war wieder mal Stress über Monate angesagt.
Nach langem hin und her bekam ich dann eine Wohnung der städtischen GEWOFAG in Berg am Laim. Für den Kater Felix war es dort allerdings mit "Freigang" vorbei. Er hat sich aber inzwischen als "Stubentiger" eingewöhnt.
Im September 2008 musste ich die Schäferhündin Quanda, die auf vielen Bildern vom Gnadenacker zu sehen ist, wg. Erkrankung (Tumor) einschläfern lassen. Sie wurde fast 13 Jahre alt, wovon sie die letzten Jahre bei mir verbringen konnte bzw. musste.

Andere Bewohner der Leibengerstraße wurden wie es so üblich ist, in Pensionen oder anderen Notquartieren untergebracht. Als ich nach deren Verbleib nachfragte, wurde ich mit der Begründung "Datenschutz" abgewimmelt.

 

Akademie

Einen Bauwagen haben wir im Juli 2005 durch "Lösegeldzahlung" an die Stadt München freigekauft. Diesen Wagen haben wir einige Tage der Kunst-Studentin Veronika Schulte-Bockholt. als Räumlichkeit bei der Jahresausstellung bei der Akademie der bildenden Künste zur Verfügung gestellt. Dort hat sie zu einem ihr Video "Neongewächse" gezeigt -eine kritische Betrachtung des Behördenverhaltens im Zusammenhang mit der Zwangsräumung- und dazu die Aussagen von Passanten (aufgehängt auf einer x-Meter langen Leine) welche sie am Eingang des Gnadenackers und im Einkaufszentrum "Riem Arkaden" gesammelt hat. Ich hoffe, dass ich den Zugang zu dem Video in Kürze ermöglichen kann.

Bei dieser Veranstaltung konnten wir Besuchern des Jahresabschluss der Akademie der Bildenden Künste den Verein, den Gnadenacker und das Verhalten der Stadt München im Zusammenhang mit der Zwangsräumung näher bringen (Ordner und CD mit Bildern, Texten und Presseberichten).

Freikauf des Bauwagens Transport zur Akademie
durch Hermann P. der danach Probleme mit der Polizei bekam

Lernzeit Treffen bei der Jahresausstellung

 

Der Bauwagen wird seitdem von einem ehemaligen Gnadenackerbewohner genutzt. Über den Standort möchte ich hier auf Grund der gemachten Erfahrungen, samt Überwachung der Homepage durch die Stadt München, nichts schreiben.

 

Film

Ein professioneller Film über die Zwangsräumung mit dem Titel "Ramma-Damma - Die Stadt hat uns obdachlos gemacht" wurde von Veronika Dimke und Dominik Lindner gemacht. Näheres z. B. ein Filmtrailer, unter www.ramma-damma.de . Dort kann auch eine DVD von dem Film für 15 Euro gekauft werden. Es lohnt sich!!!
 
 

 

 

startsocial

Im Mai 2005 haben wir uns bei "startsocial e.v."  zur Unterstützung in unserer prekären Situation beworben.
startsocial bewertet Hilfsprojekte und bietet einer begrenzten Zahl von Bewerbern Hilfe in Form direkter Beratung usw.. Einzelheiten bitte in deren Homepage www.startsocial.de nachlesen.
Direkte Hilfe haben wir damit leider nicht erreicht.
Das Feedback enthielt aber  z. Teil erfreulichen Beurteilungen und Aussagen deshalb bitte - im Abschnitt "Fazit+Anregungen" nachlesen. Feedback lesen.

Platz der Menschenrechte

2 Monate nach der Zwangsräumung wurde in München - Riem, direkt angrenzend an das BUGA-Gelände der "Platz der Menschenrechte" von dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude mit einer großen Festveranstaltung  eröffnet. 

Für uns eine gute Gelegenheit den OB Ude wg. der Zwangsräumung und der ungelösten Frage des "Ersatzgrundstückes" anzusprechen.
Bei einem nur wenige Minuten dauernde Gespräch zwischen dem Vereinsvorstand Peter Kranawetvogl (Jesus) und dem Oberbürgermeister kam vom OB leider nur unverbindliches bla bla. Auch auf die bewusst unvollständige Information der Stadträte bei der Sitzung vom März, bei der praktisch alle Parteien für die Zwangsräumung gestimmt haben, wollte (oder konnte) der OB nicht eingehen.
Auch als der OB in der Rede von Herrn Sommer von Amnesty International auf die Diskrepanz von der Zwangsräumung des Gnadenackers und den Aussagen des OB zur Eröffnung vom Platz der Menschenrechte, direkt angesprochen wurde gab es keine Antwort.
Ich habe danach einen offenen Brief an den OB verfasst (hier lesen)  und an einige Zeitungen und an den OB verteilt (s. hier von der Münchner Wochenzeitung Hallo) ) . Auch darauf gab der Münchner Oberbürgermeister Ude keine Antwort.
                                                     

Ende?

Ebenfalls auf dem Platz der Menschenrechte fand die wohl letzte Versammlung der Vereinsmitglieder und vielen Helfern und Unterstützern statt. Ein Protokoll(-"versuch") darüber ist hier zu lesen .
Letztlich haben auch die BILD-Berichte über "Millionenerbe" und "Stiefmutter" ( einer der wenigen vernünftigen Berichte hierzu war im Berchtesgadener Anzeiger (hier zu lesen) dazu geführt, dass Mitgliedschaften nicht erneuert wurden und bisherige Unterstützer nicht Vereinsmitglieder werden wollten. Auch die Forderungen der Stadt München über die Kosten der Zwangsräumung zuzüglich der Aufbewahrungskosten für die Bauwagen haben sicher dazu beigetragen.

So ist der ehemalig gemeinnützige Verein, früher gelobt und ausgezeichnet, an dem Triumpf der Baurechte - und deren Auslegung - über die Menschenrechte zu Grunde gegangen.

Das soll aber uns nicht davon abhalten, im Sinne der "Ameisen" tätig zu werden. Ich werde mein möglichstes dazu tun.

Xaver Endter

Den Gnadenacker gibt es nicht mehr. Wir wurden zwangsgeräumt und sind wieder unter der Brücke.


Update 22. Juni 2005: Entgegen anders lautender Berichte gibt es bisher keine neue Möglichkeit unsere Bauwagen aufzustellen. Xaver schildert die Lage wie folgt: "Von 28 Personen im Oktober 2004, waren am Tag der Zwangsräumung noch 12 auf dem Gnadenacker. Die anderen haben vorzeitig bereits eine andere Unterkunftsmöglichkeit gefunden. Auch in anderen Bauwagenplätzen oder „vorübergehend“ in Wohnungen bei Freunden. 5 sind dann in die Obdachlosenunterkunft gegangen; 2 sind in Bettplätzen von Bauwagen, die von „Baufirmen“ einzeln praktisch vermietet werden. Die restlichen 5 sind seit der Zwangsräumung auf der Straße, „unter der Brücke“, aber nicht mehr zusammen.
Die Bauwagen mit den Einrichtungsgegenständen sind in der Schwablhofstr. weggesperrt, versiegelt, können vom Verein nicht betreten werden. Die Wagen verrotten, da zum Teil durch die Öffnungen der Ofenrohre Wasser eindringen kann. Alle anderen Sachen sind in Kartons verpackt bei der Stadt eingelagert.
Wer will darf seine Kartons dort nach Voranmeldung und Terminabsprache mit der Lokalbaukommission abholen. Allerdings muss er einen ganzen Karton nehmen und kann nicht nachsehen was drin ist.
Natürlich hat keiner ein geeignetes Fahrzeug / Transporter, oder das Geld um einen zu mieten. In der Obdachlosenunterkunft gibt es auch viel zu wenig Platz in den Zimmern. Wer auf der Straße ist, hat ebenfalls keine Möglichkeit die Sachen irgendwo unterzustellen."


Für alle Interessierten haben wir alle Dokumente die die Räumung und die Rechtsstreitigtkeiten dazu betreffen, hier zum Nachlesen bereitgestellt:
Der Papierkrieg um den Gnadenacker

Update 28. April 2005, 9:55 Uhr: Die Suche nach einer neuen Grundstück oder einer anderen Wohnform geht weiter. Die Ameisen sind inzwischen mobil unterwegs und heute bei der BUGA-Eröffnung anzutreffen.
Es gibt neue Bilder von der Räumung, unser Vorstandsmitglied Xaver hat die Räumung mit seiner Kamera dokumentiert:
Fotobericht ansehen


Update 21. April 2005, 12:13 Uhr:
Die Ameisen leben momentan immer noch unter der Brücke beim Tierheim Riem. Tagsüber müssen sie die Brücke komplett räumen, da der Weg eine Zufahrt zum Tierheim ist. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich beim Tierheim Riem für diese schnelle und unbürokratische Hilfe bedanken.

Neuer Artikel: "Wie das Sozialreferat die Bewohner noch weiter in den Ruin treiben will - ein Interview mit den Obdachlosen vom zwangsgeräumten Gnadenacker"
Wir haben bei den Ameisen nachgefragt, was von den "Zwangsbeglückungen" des Sozialreferats zu halten ist. Herausgekommen ist ein Zeugnis des bürokratischen Irrsinns der wieder einmal die Ärmsten trifft und sie noch tiefer ins Elend treibt.
Gleichzeitig ist es ein Beleg wie wichtig eine Änderung des Migrationskonzeptes der Stadt München wäre, um endlich alternative und selbstbestimmte Wohnformen für Obdachlose zu ermöglichen. Dafür sprach sich der bayerische Landtag in seiner Sitzung am 13.04.2005 ebenfalls aus.
Interview lesen



Manuela bricht weinend zusammen als die ersten Wagen abtransportiert werden

Update 17.4.05, 18:21 Uhr: Die Ameisen werden vom Tierheim München unterstützt!
Walter Altmann-Schönbauer (Mitglied des Vorstandes) hat sich persönlich für die Ameisen eingesetzt und Soforthilfe eingeleitet: Die Hunde und Katzen wurden zusammen im Tierheim untergebracht und werden kostenlos geimpft und entwurmt (das wäre bei den meisten nächsten Monat angestanden). Die Ameisen selber dürfen unter der Autobahnbrücke am Tierheimgelände übernachten, bis die Verhandlungen mit der Stadt abgeschlossen sind.
Wir möchten uns ganz herzlich bei Herrn Altmann-Schönbauer und beim Tierheim München für diese große Hilfe bedanken! :)

Die Stadt will den Verein spalten!
Weiter unten konnte man ja bereits lesen, dass die Stadt München Ihre Zusagen nicht einhalten will. Daran hat sich bisher nichts geändert. Gestern wurde zudem noch bekannt, dass die zugesagte Unterbringung in der Obdachlosenunterkunft Leibenger Straße nur bis zum 20.4. gewährt werden soll! Wir können das nicht anders deuten, als dass die Stadt München danach versuchen wird, die Ameisen auf verschiedene Heime zu verteilen und so den Verein spalten will.
Aus diesem Grund haben sich die Ameisen entschieden, nicht in die Obdachlosenunterkunft Leibenger Straße zu ziehen. Morgen beginnen weitere Verhandlungen mit der Stadt.

Durch die Zwangsräumung ist dem Verein auch die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Bitte spendet, wenn ihr könnt. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und Spenden können abgesetzt werden. Alle Infos dazu hier.


Viele Prominente unterstützen inzwischen den Verein.
Pressemitteilung dazu lesen.

  • Carl Amery, (Schriftsteller)

  • Rolf Boysen, (Schauspieler)

  • Richard Dill, (Redakteur)

  • Ottfried Físcher, (Schauspieler)

  • Jürgen Fliege, (Pfarrer)

  • Heinrich Klug, (Konzertmeister)

  • Konstantin Wecker, (Liedermacher)

  • Barbara Rütting, (MdL Autorin)

 

Besucher seit dem 27.02.09: